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Telematik im Fuhrpark

02.11.2015 10:41:33

Big Data im Fuhrpark beherrschen

Vier Trends: Fahrersicherheit, Live-Services, Wirtschaftlichkeit und innovative Fuhrpark­services / Flottenmanager können besser beraten, Fuhrparks schneller optimiert werden /


Bad Homburg, Juli 2015. Der Verband der markenunabhängigen Fuhrparkma-nagementgesellschaften e. V. (VMF) hat das Thema Telematik gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS intensiv analysiert und herausgearbeitet, wo die Reise hingehen könnte. „Es ist ein erfolgsrelevantes Thema für das Fuhrparkmanagement, die Datenmengen sinnvoll und zum Vorteil aller Beteiligten zu nutzen“, sagt Michael Velte, VMF-Vorsitzender und Geschäftsführer der Deutschen Leasing Fleet.

In der Studie hat der VMF durch das Fraunhofer IAIS drei Fragen näher beleuchtet:
 
  • Welche Daten sollten genutzt, ausgewertet und für Fuhrparkmanager und Fahrer zur Verfügung gestellt werden?
  • Wie werden die Beteiligten dabei dem Datenschutz gerecht?
  • Wie erhält der Fuhrparkmanager bei dem Thema Telematik die beste Unterstützung?

Vier Megatrends erkennbar
Ein Ergebnis ist, dass es vier große Trends geben wird: Fahrersicherheit, Live-Services, Wirtschaftlichkeit und innovative Fuhrparkservices.

Telematik-Systeme werden die Sicherheit des Fahrers erhöhen. Schon heute nutzen Versicherer vereinzelt spezielle Telematik-Versicherungstarife. Sicheres Fahren wird dann mit niedrigen Prämien belohnt. Außerdem interessant für den Fahrer sind Systeme zum automatischen Einhalten des Abstands, autonomes Fahren oder die Zustandsanalyse des Fahrzeugs. Natürlich werden entsprechende Datenschutzverordnungen notwendig, um den gläsernen Fahrer u. a. bei Fahrstil- oder Routenanalysen zu verhindern.

Innovative Fahrerservices für die Navigation oder Mobilität unterstützen den Fahrer im Allgemeinen. Auch Bürotätigkeiten im Auto, Stichwort externer Arbeitsplatz und individuelle Adhoc-Services am lokalen Standort, verändern die Arbeitswelt der Fahrer und der Fuhr-parkmanager.

Mit Hilfe der gesammelten Daten können die Prozesse im Fuhrpark herstellerunabhängig weiter optimiert werden. Das führt zu einer höheren Wirtschaftlichkeit und Sicherheit, da genaue historische und aktuelle Daten genutzt werden. Aufgrund der Detailtiefe für Report-ings, Warnungen, Hinweise und Hilfe in Echtzeit werden Analysen noch aussagekräftiger.

Schließlich ergeben sich neue Fuhrparkservices dank der Verbindung von Automobil, Mobilfunk- und Enter- bzw. Infotainment-Anbietern wie Vorlesefunktionen von E-Mails, Fahrtenbuchschreibern und mehr.

Die große Herausforderung für alle Beteiligten – Automobilindustrie, Mobilfunk-, Telematik- und Technikdienstleister sowie die Leasinggesellschaften – liegt darin, die Datenmenge so aufzubereiten, dass diese einen Nutzen für Fuhrparkmanager und Fahrer bringen. „Service-leistungen, die die VMF Mitglieder zukünftig ihren Fuhrparkkunden daraus anbieten, werden in jedem Fall die Autonomie, freie Entscheidung und selbstbestimmte Handlung des Fahrers berücksichtigen“, so Velte. Der VMF empfiehlt den Fahrern, für sich selbst verstärkt darauf zu achten. Schließlich sollen die neuen Telematik-Services im Fahrzeug den Fahrer nicht ersetzen und ihn auch nicht „gläsern“ werden lassen. Vielmehr muss er daraus zusätzlichen Service und Sicherheit erhalten können. Das Thema Datenschutz ist ein neuralgischerer Punkt für den Erfolg der Telematik als die Technik selbst. Nur etwas mehr als zehn Prozent der Fahrer würden laut aktueller Umfrage der Speicherung aller ihrer Daten zustimmen. „Hier muss noch aufgeklärt sowie klare Rahmenbedingungen geschaffen werden“, meint Velte.